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Alles Persönlich

Alles Roger – Alles Aus

Der Titel nimmt es bereits vorweg. Dies wird vorerst der letzte Artikel sein, den ich hier in meinem Blog veröffentliche. Doch nicht nur das, ich ziehe mich komplett aus der Netzwelt zurück. Meine Accounts bei Facebook, MeinVZ, Wer kennt wen, Flickr, vor allem Twitter und wie die ganzen Social Networks noch heißen sind bereits oder werden in den nächsten Tagen gelöscht. Nicht einfach liegen gelassen, sondern gelöscht. Weshalb ich das mache? Nun, in der Antwort steckt bereits ein wichtiger Grund. Ich habe es satt, mich erklären zu müssen. Habe es satt, der ganzen Welt zu erzählen, was mit mir los ist. Vier Jahre lang war in diesem Blog Alles Roger. Das ist es jetzt nicht mehr und der Zeitpunkt ist gekommen, einen klaren Schlussstrich zu ziehen.

Das Internet hat zuviel Platz in meinem Leben eingenommen. Und soviel ich auch gewonnen und erlebt habe, muss ich einsehen, dass ich durch meine Netzaktivitäten letztlich mehr verloren habe. Ich besinne mich wieder auf mich. Ich habe keine Lust mehr, mich stundenlang mit Konversationen abzulenken, aus der Realität zu flüchten. Habe keine Lust mehr, auf Feedback zu warten (Besucherzahlen, Kommentare, Replies, Followerzahlen etc.) Ich habe keine Lust mehr, mich selbst pausenlos unter Druck zu setzen (Blogartikel schreiben, Fotos veröffentlichen, Anfragen beantworten etc.) Jetzt, zum Ende hin, wurde aus dem ganzen Spaß bitterer Ernst. Zu spät habe ich es erkannt, dass ich mich in einer virtuellen Welt verlor, die verschwunden ist, sobald ich den Stecker ziehe. Bevor mir der Stecker gezogen wird, mache ich das nun bewusst.

Alle Accounts werden gelöscht, mein Blog lasse ich weiterhin online, bereinigt und nicht mehr interaktiv. Es bleibt mein Baby und vielleicht kehre ich ja irgendwann unter anderen Vorzeichen wieder zurück. Bis dahin haben meine Leser hoffentlich Spaß an den verbliebenen alten Artikeln. Ich wünsche euch allen ein schönes Leben und danke für die große Aufmerksamkeit. Für meine Freunde bin ich weiterhin per Mail und Skype zu erreichen. Vielleicht bis bald.

Euer Roger.

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Alles Technisch

Der Civic und das iPhone

Seit letztem Wochenende liebe ich Molly noch ein klein wenig mehr. Und das nicht nur, weil die Sitzheizung meinen Hintern schön warm hält. Nein, ich fand durch Zufall (und natürlich mit unglaublichem Spürsinn) heraus, wie der iPod (in meinem Fall natürlich das iPhone) bedient wird. Besser gesagt, wie das iPhone über das Autoradio bedient wird. Seit ich den Wagen besitze, habe ich mich über die Tatsache geärgert, dass in der Mittelkonsole zwar ein USB-Anschluss vorhanden ist und das iPhone auch erkannt wird, jedoch nur alle Titel nacheinander abgespielt werden können. Was ich auch versuchte, ein Zugriff auf bestimmte Künstler, Alben, Songs oder Wiedergabelisten war nicht möglich. Und somit wurde die iPod-Anbindung unbrauchbar. Auch das 585 Seiten starke Handbuch half nicht wirklich weiter. Es wurde erklärt, wo ich das iPhone anzuschließen hatte und was ich bei möglichen Fehlern tun könnte. Mehr nicht. Und glaubt mir, ich habe jede einzelne Seite gelesen. Jede einzelne der 585 Seiten.

Letztes Wochenende also wärmte mir Molly den Hintern und ich betrachtete das Autoradio-Panel. Dabei entdeckte ich an einem Knopf die Beschriftung “Folder”. Nun, welche Folder (also Ordner) könnten damit gemeint sein? Doch nur die eines angeschlossenen USB-Gerätes, oder? Und tatsächlich, ich stöpselte mein iPhone an, klickte auf besagten Button und die Anzeige im Autoradio ließ mich durch Alben, durch Wiedergabelisten und durch Künstler rollen. Ich wählte eine Wiedergabeliste mit den bestbewertesten Songs aus und voilà – sie wurden gespielt. Es war so einfach. Nunja, die Steuerung selbst ist immer noch etwas tricky und nicht während der Fahrt zu empfehlen, aber immerhin – es funktioniert.

Wieder zuhause konsultierte ich sofort das Handbuch. Und ihr könnt mir die Geschichte glauben oder nicht – ich schlug das Handbuch irgendwo auf und landete genau auf der Seite, die den Folder-Button erklärt. Beim ersten Aufschlagen. Eine Seite, die zuvor nicht existiert hatte. Ich schwöre. Keine Ahnung wie sie mit einem Male dort erschien. Vielleicht durch ein W-Launiges oder Bluetuffiges Analog-Update. Wer weiß.

Ich liebe Molly nun ein wenig mehr. Sie wärmt meinen Hintern und spielt meine Lieblingsmusik aus meinem Lieblings-Gadget. Derzeit sammle ich die besten Songs zum Autofahren in einer neuen Wiedergabeliste namens Driver.

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Alles Persönlich

Von Fusseln und Flüssigkeiten

Über Realismus in Filmen diskutiere ich schon lange nicht mehr. Filme sollen nicht realistisch sein. Filme sind dazu da, mich in fremde Welten zu entführen, mich Abenteuer miterleben zu lassen, mir Dinge zu zeigen, die es so gar nicht geben kann. Filme sind Märchen, Träume, Erfindungen und haben nichts mit Realismus zu tun. In seinen eigenen Grenzen natürlich. So habe ich kein Problem damit, wenn Superhelden alle Gesetze der Physik auf den Kopf stellen, denn im Rahmen der Geschichte sollen, können und dürfen sie das. Auch ein James Bond vollbringt im Film Dinge, die kein Mensch so zustande brächte. Würde er allerdings aus eigener Kraft davon fliegen und übermenschliche Kräfte bekommen wie Superman, so würde er dadurch seinen eigenen Realismus-Rahmen sprengen. Für mich wäre das dann inakzeptabel. Jeder Film bestimmt seinen eigenen Realismus-Rahmen. Wer auch immer ins Kino geht und beim Hinausgehen sagt, das sei völlig unrealistisch gewesen, verdient nichts als mein Mitleid, denn er hat das Prinzip Kino nicht verstanden.

Worauf ich damit hinaus möchte? Nun, es gibt bei aller Liebe dennoch immer wieder Aspekte im Film, die mich Kopfschütteln lassen. So kann ich bis heute nicht verstehen, wie Personen im Film sich ein Bad einlassen, in der Wohnung herum laufen, Dinge erledigen, wieder ins Bad kommen, sich entkleiden und dann einfach so in das heiße Wasser steigen können. Wenn ich meine Socken ausziehe, so klebt an ihnen etwa ein Pfund Fusseln, die alsdann wie in einer Schneekugel mit schwarzen Flocken im Wasser herum treiben. Auch wenn ich barfuß bin und in der Wohnung umher laufe, nehme ich allerhand Krümel, Fussel und Haare mit in das Badezimmer. Helden im Film scheint das nie zu passieren. Sie müssen in einer komplett fusselfreien Welt leben. VÖLLIG UNREALISTISCH.

Auch beim Thema Sex habe ich bis dato noch nie gesehen, dass die beiden Liebenden sich nach dem Akt Sorgen um diverse Flüssigkeiten machen. Da wird kaum geschwitzt, da wird nach dem Orgasmus nicht nach Taschentüchern, Handtüchern oder Küchenrollen in greifbarer Nähe gesucht. Da wird auch nicht aufgestanden, um zumindest ein wenig den entstehenden nassen Fleck auf der Matratze zu vermeiden. Nein, im Film zieht man das dünne Laken einfach wieder hoch (bei Frauen bis zum Hals, bei Männern grundsätzlich nur bis zum Bauchnabel) und niemand beklagt sich darüber, dass es unangenehm feucht ist. Körperflüssigkeiten sind beim Sex im Film niemals Thema. VÖLLIG UNREALISTISCH.

Ok, ich könnte natürlich wetten, dass Superman völlig fusselfreie Füße hat (vermutlich weil er über dem Schmutz schwebt) und trocken ejakuliert. Ich muss nur lernen, auch dies in den Realismus-Rahmen mit einzubeziehen.

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