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iTunes Match – Fluch oder Segen

Etwas überraschend startete vergangene Woche iTunes Match auch in Deutschland. Kaum jemand hatte mit einem so plötzlichen Start gerechnet, da bislang die GEMA hierzulande jegliche Streaming-Services unterband. Doch ganz still und heimlich scheint man sich geeinigt zu haben. iTunes Match wurde veröffentlicht und für 24,99€ pro Jahr hat man als iTunes-Kunde nun nicht nur seine ganze Musik in der Wolke, sondern kann diese auch noch mit dem iTunes Store abgleichen lassen.

Wie man iTunes Match genau einrichtet und nutzt möchte ich hier nicht nochmals erklären. Das haben Richard Gutjahr und Appforthat schon besser gemacht und sollte für den Normal-Nutzer auch genügen. Dennoch bleiben auch mit diesen Anleitungen einige Fragen offen, beziehungsweise Aspekte, die Fragen aufwerfen. Wie zum Beispiel die Fragen, die auch aptgetupdateDE bereits stellten.

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Alles Technisch

Head in the Cloud

Früher, da hatte man die Dinge, die man liebte, noch in der Hand, steckte sie in Kartons, Schubladen oder Schränke. Fotos, Schallplatten, Videokassetten, CDs. Dann kam der Siegeszug der Digitalisierung, unsere Medien waren plötzlich nicht mehr greifbar. Festplattenkapazitäten wurden größer, Backups wurden gemacht. Alles, was man besaß, lag auf irgendwelchen Speichermedien, die ebenfalls wieder verstaut werden konnten. Hatte man früher einen Schrank voller Filme, passte nun alles in eine Hand. Wer allerdings dachte, dass dies die Zukunft sei, irrt. Die Zukunft (zumindest die nächste) ist die Wolke. Daten gehen in die Cloud, irgendwohin, auf fremde Server in fremden Ländern, durch die Luft übertragen und nur auf diesem Weg wieder zurück zu holen. Die Haptik geht völlig verloren und Ikea fragt sich, weshalb keine Billy Regale mehr verkauft werden.

Man kann natürlich vortrefflich darüber streiten, ob diese Zukunft tatsächlich so wünschenswert ist. Ältere Generationen, zu denen auch ich mich zähle, schätzen es noch, ihre Wertsachen in Händen halten zu können. Eine Schallplatte auf zu legen, in einem echten Buch zu blättern, eine Kiste voll alter Fotografien zu durchstöbern vermitteln einem ein völlig anderes Gefühl als die Handhabung all der Medien mit entsprechenden digitalen Geräten. Dennoch hat auch das Speichern in der Wolke einige Vorteile. Man ist ab sofort nicht mehr ortsgebunden, denn die Wolke ist überall und damit auch alles, was in ihr steckt. Haben wir mehrere Geräte für unseren Medienkonsum, ist es nicht mehr notwendig Daten hin und her zu kopieren oder zu synchronisieren. Außerdem ist die Wolke ein perfektes Backup-System, gesichert vor Verlust, Diebstahl, Brand oder Dummheit.

Makelfrei ist die Cloud dennoch nicht. Unsere Daten liegen nicht mehr in unserer Hand, sind nicht greifbar, sondern werden von Firmen bewacht und verwaltet. Was, wenn dort etwas schief geht, in den Serverfarmen? Was, wenn sich Verträge und Nutzungsbestimmungen plötzlich ändern? Was, wenn meine Daten nicht so gut geschützt sind wie erhofft und von jedem einsehbar sind? Was, wenn ich kein Gerät zur Hand habe, um auf die Cloud zuzugreifen? Einfach in den Keller gehen und eine alte Kiste mit den CDs holen ist dann nicht mehr. Die Wolke macht uns Nutzer abhängig von der Firma, die sie bereit stellt, von den Werkzeugen, um die Wolke an zu zapfen und von dem Gutwillen und der Verlässlichkeit des Anbieters.

Kein Server, keine Firma, niemand auf dieser Welt kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Auch Apple nicht, wie ich trotz meiner Eigenschaft als Fanboy einräumen muss und Apple eigentlich nur stellvertretend für alle anderen Anbieter (Google, Microsoft, Telekom etc.) erwähne. Ein Restrisiko bleibt grundsätzlich immer. Vielleicht stelle aber auch nur ich mir die Frage, ob ich die Wolke wirklich will, weil ich zu einer Generation gehöre, die noch wie oben beschrieben aufwuchs. Für unsere Kinder wird das Leben mit der Wolke selbstverständlich sein.

Die Wolke KANN unser mediales Leben vereinfachen, wenn die entsprechenden Vorraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört beispielsweise ein flächendeckendes Angebot schneller und bezahlbarer Datentarife oder flächendeckendes W-LAN. Was ich an Speicherplatz in meinem Gerät einspare, kostet mich Transfervolumen, wenn ich mir die Daten aus der Cloud hole. Datenflatrates wie sie heute angeboten werden und beispielsweise bei 300MB Nutzung bereits die Geschwindigkeit drosseln, lassen keine vernünftige Nutzung zu. Auch die Geschwindigkeit ist ein schwieriger Faktor. Es bringt mir als Nutzer nichts, wenn ich meine Filme nicht mehr auf meinem Gerät abspeichern muss und quasi überall verfügbar sind, beim Wunsch einen Film zu sehen aber erst einen mehrstündigen Download in Kauf nehmen muss.

Was die Wolke betrifft, bin ich noch sehr unentschlossen. Als Technik-Freak und Apple-Nerd probiere ich aber bereits alles aus, wie ich in meinem nächsten Artikel erzählen möchte. Was ist Eure Meinung zu Cloud-Diensten? Nutzt Ihr sie? Haltet Ihr sie für sinnvoll und/oder die Zukunft?

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Alles Geschrieben

Reibekuchen

So groß war mein Hunger gar nicht mehr. Aber die Gelüste, angestachelt durch den verführerischen Duft blubbernden Bratfetts sangen eine so liebliche Melodei, dass ich nicht anders konnte. Einmal Reibekuchen bitte. Die mürrische, schon den ganzen Tag in der kalten Bude stehende Reibekuchenfrau überreichte mir einen Pappteller. Darauf dampften gar drei Reibekuchen, glänzend und in Apfelmus schwimmend. Mein Geld würde ich nicht mehr wieder bekommen und doch wusste ich im Moment der Übergabe des Papptellers, dass ich eigentlich gar nicht mehr wollte. Vernunft siegte über Instinkt, Kopf über Lust. Doch da stand ich nun. Und begann zu essen. Erst den einen Reibekuchen, dann den zweiten, mittlerweile allem Apfelmus entledigt. Der dritte hatte bereits aufgehört zu dampfen, schmollte vermutlich innerlich vor sich hin, fühlte sich ungewollt und unbehaglich. Meine glänzenden Finger schwebten über ihm und verharrten.

Eine alte Frau schlurfte vorbei. Sie mochte schon weit über siebzig Jahre alt gewesen sein und das Schlurfen rührte von ihren ausgetretenen Hausschuhen her, die sie trug. In den Hausschuhen, an ihren Füßen, dünne schmutzige Socken. Darüber, von Venen durchzogene nackte Beine, einen zu kurzen, schmutzigen Rock, eine zu dünne Jacke und ganz oben ein Kopf, der die filzigen grauen Haare mit einer Mütze zu verstecken suchte. Zielstrebig hielt sie auf den nahestehenden Mülleimer zu. Den gleichen Mülleimer, den ich als Ruhestätte für den ungeliebten dritten Reibekuchen auserkoren hatte. Sie öffnete den Eimer und begann darin zu wühlen und zu suchen.

Erschrocken und ertappt sah sie auf, als ich sie ansprach. Wollen Sie vielleicht diesen Reibekuchen, der ist noch frisch und warm? Der Schreck verschwand so schnell wie er gekommen war. Dafür wurden in ihrem Gesicht Muskeln aktiviert, die vermutlich schon viel zu lange unbeansprucht und verkümmert waren. Beeindruckend, wie sehr sich ein Mensch verändert, wenn er strahlt. Die kleine alte Frau, die mit einer Hand noch immer den Deckel des Mülleimers geöffnet hielt wurde in diesem Moment zur glücklichsten der Welt. Natürlich fragte sie höflicherweise, ob diese Frage mein Ernst gewesen sei. Aber als ich nickte, wartete sie nicht lange, nahm mir den Pappteller aus der Hand und verschwand. Dankend, dankend und noch einmal dankend.

Und ich gebe es zu: als ich ihr nach blickte und sie sich kurz vor der Ecke hinter der sie zu verschwinden trachtete, noch einmal umdrehte und mit dem bereits angebissenen Reibekuchen in der Hand winkte und lächelte – da war ich ebenfalls für einen kurzen Moment einer der glücklichsten Menschen der Welt. Und ein bisschen war Weihnachten.

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Alles Technisch

Bye bye Firefox. Hello Safari

Vermutlich fingen wir alle mit dem Netscape Navigator oder dem Internet Explorer an, im Netz zu surfen. Welche Sensation, als damals mit Firefox eine großartige, schlanke, kostenlose, erweiterbare Alternative auf den Markt kam. Ich nutze den kleinen roten Bären (ein Firefox gehört nicht wie der Name vermuten lässt zur Familie der Füchse) schätzungsweise seit der Version 1.0 und war ihm immer treu. Dabei hat er mir schon mehr als einmal Ärger gemacht. Und nicht nur mir. Das Problem mit langsamen und ruckelnden Flash-Videos ist auch in Version 7 noch immer nicht behoben, wie mein damaliger Artikel beweist, der mit Abstand am häufigsten aufgerufene und kommentierte Artikel in diesem Blog.

Mozilla, der Hersteller des Firefox, hatte noch vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, seinen Produktionszyklus zu beschleunigen und neue Major-Releases (also Hauptversionen, die normalerweise große Veränderungen mit sich bringen) ebenfalls schneller auf den Markt zu werfen. Man hielt sich dabei an Google und ihrem Chrome-Browser, der gefühlt jeden Monat ein Major-Release erhält und derzeit bei Version 14 angelangt ist. Da sieht ein Firefox 4.37 natürlich mickrig und rückständig aus. Deshalb bekommt Firefox nun mit jeder Änderung eine komplett neue Versionsnummer. Ich verabschiede mich heute von Version 7, Nummer 8 wird in wenigen Wochen erscheinen.

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Alles Erzählt

Weltverbesserung per Mausklick

Ach, ihr armen Weltverbesserer des Internets. Ihr, die ihr jede Woche eine neue Sau durch das Dorf treibt und zum Schlachten aufruft. Ihr, die ihr Videos postet, böse Blogartikel und Kommentare schreibt. Ihr, die ihr Sternchen verteilt, Herzchen und Daumen-oben-gefällt-mir-Buttons drückt. Ihr, die ihr tatsächlich daran glaubt, damit die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Ihr denkt, weil in Nordafrika Regierungen gestürzt wurden und Spiegel Online sagt, das sei nur durch Facebook und Twitter möglich gewesen, müsste das doch in allen Bereichen und überall funktionieren. Also findet ihr jede Woche einen neuen Bösewicht, der gestürzt, gehängt und verbrannt werden sollte. Vorletzte Woche war es Ferrero, letzte Woche Wiesenhof, diese Woche Nespresso. Und nächste Woche? Ihr ärgert euch, schreibt bei Twitter und Facebook und all den Social Networks mehr oder weniger intelligente Statements, freut euch, wenn man euch antwortet, wenn ihr Klicks bekommt und ruft zur Revolution auf. Ihr klappt den Deckel eures Laptops zu und denkt der Welt einen Dient erwiesen zu haben. Ja, jedes bisschen hilft. Daran glaubt ihr ganz fest.

Nespresso handelt seinen Kaffee also nicht fair. Skandal. Schnell das gut gemachte Viral-Video verteilen. Geht ja ganz einfach. Überall posten, dass man nur noch Fairtrade-Kaffee kaufen will. Sehr schön. Und dann? In drei Wochen wieder bei Tchibo stehen und den günstigen Kaffee holen, weil der andere ja so teuer ist. Und die günstigen Hähnchen aus dem Rewe-Kühlregal sind ja auch nicht schlechter als vom Bio-Bauern. Wie war das damals als BP unsere Meere mit Öl vergiftete? Ihr habt alle laut geschrieben und geklickt. Und seid danach statt mit dem Fahrrad mit eurem Auto zur freien Tankstelle am Rande der Stadt gefahren. Und heute? Denkt ihr noch daran? Oder seid ihr der Meinung, dass die anderen Konzerne mehr auf unsere Umwelt achten? Und hat es BP geschadet? Ist BP pleite oder achtet jetzt mehr auf die Umwelt?

Ihr ruft im Netz dazu auf, politisch engagierter zu sein. Ihr zeigt mit euren Sternchen, wie toll ihr es findet, dass Ägypten nur durch eure Unterstützung befreit wurde. Und dann lasst ihr es zu, dass sich in einem irgendwo im Osten befindlichen Bundesland die braune Scheiße in den Landtag wählen lässt. Ihr sitzt Zuhause statt wählen zu gehen und schüttelt auf Twitter den Kopf, wie es soweit kommen konnte. Das waren natürlich alles diese bösen Neonazis. Nur die sind Schuld. Nicht ihr, obwohl ihr in der Mehrzahl seid.

Ja, Hexenverbrennungen sind toll. Und heute so einfach zu machen. Und es gibt ja genug Hexen, die verbrannt werden können. Letztlich fällt aber jedem irgendwann auf, dass es offenbar keine gute Fee in diesem Märchen gibt. Sie alle scheinen böse zu sein. Jeder Konzern scheint ähnlich zu handeln: möglichst billig einkaufen um möglichst teuer verkaufen. Schande. An den Pranger mit ihnen. Schnell klicken. Schnell ein virales Video produzieren. Schnell posten, klicken, Gefällt mir und durch atmen. Die Welt ist gerettet.

Natürlich gibt es unter euch tatsächlich welche, die es ernst meinen. Die kaufen nur Bio, essen keine Tiere, handeln stets fair. Und posaunen das mit ihren Smartphones in die Welt hinaus, ohne darüber nachzudenken, wo die seltenen Erden herkommen, die zur Produktion des Smartphones nötig waren. Aus welchen dunklen Bergbaugruben, in denen Kinder 12 Stunden täglich arbeiten? Mist, schon wieder reingefallen. Also wo soll man beginnen?

Die Welt ist mächtig aus den Fugen geraten. Schon seit langem. Und sie kann wieder auf den richtigen Weg gebracht werden. Aber nur wenn alle gemeinsam etwas tun, etwas bewegen. Wirklich bewegen. Und das konsequent. Mit Klicken und Tippen ist es nicht getan. Nicht die Klicks haben afrikanische Diktatoren gestürzt, sondern die Menschen auf den Straßen. Nicht die viralen Videos werden Konzerne zwingen, anders zu handeln, sondern die Menschen mit ihrem Konsumverhalten. Und selbst dann wird es leider immer Ungerechtigkeiten geben. Und kein noch so schöner Artikel wird daran etwas ändern. Nicht einmal dieser hier.

Also, welchen Konzern stellen wir nächste Woche an den Pranger? Egal, er hat es so oder so verdient und wir können mit unserer Arbeit zufrieden sein.

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Alles Gespielt

LIMBO – der gespielte (Alp-)traum

Schon ein Jahr alt und erst vor kurzem für Playstation 3 und PC veröffentlicht ist das Indie-Game LIMBO von dem kleinen Studio Playdead in Koppenhagen. Ein weiteres Kleinod neben Flower und dem bald erscheinenden Journey aus der unabhängigen Spiele-Entwickler-Szene. In LIMBO spielen wir einen kleinen Jungen auf der Suche nach seiner Schwester. Diese Suche führt uns durch finstere Wälder, über regnerische Dächer, durch monströsen Maschinen und allerlei gruselige Orte, die mit Gefahren, Feinden, bösen Tieren und Physik-Rätseln gespickt sind. Ja LIMBO ist ein einziger Alptraum aus dem der kleine Junge einfach nicht erwachen möchte. Die ganze Welt ist in komplettem Schwarz gehalten, kontrastiert durch flackernde, mehr oder weniger helle, unscharfe Hintergründe oder Objekte. Der Junge selbst ist nur ein schwarzer Schemen, dessen Augen leuchtend blinzeln.

Das Spiel beginnt geheimnisvoll. Der kleine Junge erwacht alleine im Wald. Anzeigen oder Hilfen sucht man vergebens. Es wird keine Aufgabe gestellt, kein Wegweiser gegeben. Also macht man sich auf und mit der Steuerung vertraut. Diese könnte einfacher kaum sein. Man kann gehen und rennen, mit einer Taste springen mit einer Taste Aktionen ausführen. Dieser Simplizität ist insofern beeindruckend, als die späteren Rätsel allesamt nur mit diesen wenigen Aktionen gelöst werden können. Und die Rätsel haben es mit fortschreitender Spieldauer wirklich in sich. Großer Verdienst des Spiels ist aber seine gnadenlose Fairness. Der kleine Junge stirbt sehr viele, teils sehr deutliche und grausame Tode bis man verstanden hat, wie man weiter kommt. Hat man es ausgeknobelt, leuchten einem selbst die Augen vor Freude und man fragt sich, weshalb man nicht sofort auf die Idee kam. Hat man dennoch einen Fehler gemacht, wirft das Spiel einen nicht wieder weit zurück, sondern lässt uns genau am Anfang des Rätsels neu beginnen.

Auch die Steuerung ist wunderbar und trägt zum frustfreien Spiel bei. Der Junge ergreift Seile und Kanten noch in so letzter Sekunde, wo ein hypernervöser Mario schon längst in den Tod gestürzt wäre. Bei LIMBO herrscht kein Frust, keine Hektik, sondern Knobeln, Probieren und Ausführen. Und die Neugier treibt den Spieler weiter. Wo wird es den Jungen hinführen? Was ist dieser Limbus, in dem er sich befindet? Was wird er am Ende sehen? Welche noch verrückteren Rätsel warten nach diesem? Am liebsten würde man es in einem Rutsch durchspielen.

Auch weil die Atmosphäre einen hinein saugt. Die Grafik ist in seiner Schlichtheit mehr als superb. Wundervolle kleine Details wie Fliegen, Schmetterlingen, Funken und Regen beleben die karge Welt. Ebenso grandios sind die Sound-Effekte und die sparsam eingesetzte, sphärische Musik.

LIMBO ist gruselig, morbide und doch herzerwärmend. Es ist faszinierend und atemberaubend. Und das Ende gehört mit dem Showdown von Portal zum Besten, was ich je gesehen habe. Ein Spiel zum verlieben. Und obgleich wir einen wahren Alptraum spielen – LIMBO ist der reinste Traum für Spieler, die etwas Besonderes jenseits des Mainstreams suchen.

LIMBO ist für Playstation 3 und Xbox360 erschienen und im STEAM-Shop zu einem moderaten Preis erhältlich.

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Alles Erzählt

Krieg der Entscheidung

Mal angenommen, es gäbe heute noch Menschen, die Star Wars noch nie gesehen haben. Keinen einzigen der Filme. Das mag eigenartig klingen, kann aber dennoch vorkommen. Weiter angenommen, man möchte einem dieser Menschen das Star Wars Universum näher bringen. Wie stellt man das am besten an?

Ich und sicherlich viele meiner Leser wuchsen mit der guten alten Trilogie auf. Episode Vier: Eine neue Hoffnung, Episode Fünf: Das Imperium schlägt zurück, Episode Sechs: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Die Klassiker. Und für jeden, der seine Jugend mit dem Mythos Star Wars verbrachte, auch der einzig wahre Krieg der Sterne. Wie überrascht waren wir damals, dass die Reihe mit einer Episode 4 begann? Wie grandios war zu jener Zeit die Wendung (und ich schätze mal, dass ich hier nicht spoilere und mittlerweile JEDER weiß…) dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker ist? Was für nie gesehene Welten, unglaubliche Effekte, phantastische Action wir geboten bekamen.

Dann, viele Jahre später, von den Fans sehnlichst erwartet, brachte Georg Lucas die neue Trilogie in die Kinos. Episode Eins: Die dunkle Bedrohung, Episode Zwei: Angriff der Klonkrieger, Episode Drei: Die Rache der Sith. Diese Trilogie erzählt die Vorgeschichte um Anakin Skywalker und wie aus ihm Darth Vader wird. Leider überzeugt kein Teil der neuen Trilogie wirklich. Episode Eins ist bunt und Kindgerecht, Episode Zwei und Drei noch bunter, überdreht, überladen. Man hat Spaß und bekommt wieder etliches an Effekten und neuen Welten geboten. Doch das alte Flair will sich nicht einstellen.

Überlegt man nun, wie man einen Star Wars Neuling in die “Galaxy far far away” einführt, stellt sich sofort die Frage: Zeigt man alle sechs Teile oder nur das gute alte Original? Wenn man alle sechs Teile zeigt, dann in der “richtigen” Reihenfolge von Eins bis Sechs oder in der Reihenfolge, wie wir Star Wars kennen und lieben lernten? Oder anders gesagt, beginnt man mit dem Großartigen um zum Ende schwächer zu werden oder beginnt man schwach, um auf das großartige Finale vorzubereiten? Auch wenn man dabei in der Gefahr schwebt, dass der geneigte Zuschauer die originale Trilogie schon gar nicht mehr sehen will vor lauter Optik-Overkill.

Und überhaupt, finden wir die alte Trilogie nicht auch deshalb so grandios und hat sich nur deshalb so in unser Hirn und Herz gebrannt, weil wir damals etwas noch nie zuvor gesehenes geboten bekamen? Wie mag die alte Trilogie auf verwöhnte Transformers-Avatar-Matrix-Augen wirken? Altmodisch? Eine Augsburger Puppenkiste neben einem Pixar Film?

Was uns zur nächsten Frage bringt: zeigt man (wenn vorhanden) die originale alte Trilogie, also so wie sie damals in die Kinos kam? Oder die Special Edition, die digital aufbereitet worden und mit neuen Effekten versehen worden ist? Oder gar doch die später überarbeitete, digitale neue Version der alten Trilogie?

Ach, es ist nicht leicht. Am Ende wird der Star Wars Neuling nur enttäuscht sein. Er wird Luke Skywalker und Han Solo nie so lieben können wie wir und er wird Jar Jar Bings und den jungen Anakin nie aus den gleichen Gründen hassen können wie wir. Und mit etwas Pech hat er schon eine Folge der Clone Wars Zeichentrick-Serie gesehen, womit der Mythos völlig im Eimer ist.

Am besten wir beginnen erst einmal mit Star Trek. Hm, mit der Serie oder den Filmen? Mit der original Serie oder der Next Generation….?

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