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Was von der ersten Liebe übrig blieb

Blutjung, blond, mit Mecki-Frisur und in Kniestrümpfen traf ich sie zum ersten Mal im Konfirmationsunterricht im örtlichen Gemeindehaus. Und offenbar wollte Gott, dass ich mich in sie verliebe. Oder “gut fand”, wie man damals sagte. Die kleine Sabine Fischer, mit ihren braunen glatten Haaren und den niedlichen Sandalen. Mit der ich mehr als nur die Konfirmationsunterrichte verbrachte. Für die ich in jenem Sommer mehrmals täglich zum Bäcker lief, um uns ein Mini-Milk-Eis für jeweils 30 Pfennig zu holen.

Wie oft lagen wir im Schatten eines Kirschbaums in Fischers Garten, Eis essend, Micky Maus Hefte lesend. Sie besaß Exemplare, die meiner überaus großen Sammlung noch fehlten. Kniestrümpfe und Sandalen ruhten neben der Decke und wenn das Eis aufgegessen war und die Holzstäbchen im Gras steckten, kletterten wir auf den Kirschbaum um uns an den Früchten satt zu essen.

Noch bevor der Sommer zu Ende und ich konfirmiert war, hatte sie schon mein Herz gebrochen. Meine Frage, ob sie mit mir gehen wollte, hatte sie deutlich verneint und sich stattdessen für den coolen Michael entschieden. Michael, den Fußballspieler auf dem Bonanza-Rad, der ihr keine Mini-Milks aus dem Bäcker brachte, sondern Sabine schickte, um “Brauner Bär” für die beiden zu holen. Ich lernte meine Lektion. Und als ich mir von meinem Konfirmationsgeld meine erste eigene Stereoanlage von Aiwa kaufte, hörte ich alleine traurige 80er Musik, die ich auf Kassetten aufgenommen hatte.

Und ich las nie wieder in Sabines Micky-Maus-Heft, das in diesem Sommer irgendwie Teil meiner Sammlung wurde, die ich heute noch besitze. Ob Sabine das Heft wohl vermisst? Ob sie Michael am Ende heiratete und ihre Kinder nun unter dem Kirschbaum liegen? Ich schätze, ich habe jetzt Lust auf ein Eis.

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Alles Andere

GIF-Art

Wunderschöne GIF-Animation von Cento Lodigiani, die er in seinem Tumblr präsentiert.

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Kung Fury in HD

Und ich dachte, bei “Mad Max: Fury Road” hätte ich schon alles an Awesomeness für dieses Jahr gesehen. Weit gefehlt!

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Grüne Allee

2015 Bodensee - 31

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Wegwerf-Musik

Viel zu oft stelle ich fest, ein Dinosaurier zu sein. Sei es beim Lesen, bei Filmen oder bei Musik. Zwar bin ich ein Geek, ein Gadget-Nerd und kaufe stets die neuesten technischen Geräte. Doch beim kulturellen Genuss kann ich mich einfach nicht von meinen analogen Gewohnheiten lösen. So halte ich noch immer lieber ein echtes Buch aus Papier in den Händen als einen eBook-Reader. Noch immer steht lieber eine BluRay meines Lieblingsfilms im Regal, als nur eine digitale Kopie auf irgendeiner Festplatte liegen zu haben. Und bei Musik, nun da habe ich schon lange gebraucht, um auf eine komplett digitale Sammlung umzusteigen. Aber Streaming?

Musik-Streaming ist für mich das Fast-Food des Musikhörens. Ich weiß nicht, was drin ist, ich möchte nur irgendwie satt werden. Vielleicht genieße ich es sogar kurz, bin danach aber sofort wieder hungrig und brauche mehr. Starte ich Spotify kann ich aus einer unüberschaubaren Anzahl an Playlisten auswählen, die ihrerseits eine unzählige Menge an Songs beinhalten. Die meisten mir völlig unbekannt. Was einerseits großartig ist. Ich starte eine Liste, die meiner jetzigen Stimmung entspricht und werde mit toller Musik bedient. Sie plätschert vor sich hin, sie dringt in mein Ohr und ist beim nächsten Song vergessen. Sie erreicht nicht mein Herz. Sie hat keine Bedeutung. Es ist Wegwerf-Musik.

Oder besser gesagt, die Art des Hörens macht sie zu Wegwerf-Musik. Ich habe keinen Bezug dazu, kenne meist weder Künstler oder Titel, ich verbinde keine Erinnerungen damit, keine Emo­ti­o­na­li­tät. Anders in meiner eigenen Musiksammlung. Jeder Song hat dort seine Geschichte, sein Cover, seine Bewertung. Die Listen stelle ich zusammen, wie ich es für richtig halte. Es ist somit meine Musik.

Natürlich könnte ich das beim Streaming ebenso. Aber das fühlt sich an, als würde ich den Garten eines anderen verschönern. Ich habe nur für den Moment etwas davon. Zahle ich für das Streaming nicht mehr oder der Dienst stellt sein Angebot ein, bin ich ausgesperrt.

Und die Konsequenz? Ich bin wieder kurz davor, meine alten CDs aus dem Keller zu holen. Ja, vielleicht erstehe ich sogar einen günstigen Schallplatten-Spieler und versuche, meine alten Perlen auf Vinyl zu bekommen. Warme, analoge Musik. Zum Anfassen. Zum Genießen. Um sie zu behalten.

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