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Der 30 Tage Lauf – Das Fazit

Wie lief’s?

Am 1. Juni 2021 begann ein Experiment. Ich forderte mich selbst heraus und starte eine Challenge mit dem Titel: „Der 30 Tage Lauf“. Ich wollte dabei heraus finden, ob ich es schaffe, jeden einzelnen Tag im Monat Juni einmal laufen zu gehen. Und nebenher beobachten, ob und was sich bei mir körperlich und geistig verändert. Rekorde sollten nicht aufgestellt werden. Auch keine konkreten Ziele wie minimale Kilometer oder Zeiten wurden erhoben. Es ging dabei nur um den Versuch, den inneren Schweinehund täglich aufs Neue besiegen zu können.

Dabei war schon früh abzusehen, dass es keine 30 Läufe sein würden. Zu ambitioniert war das Vorhaben, zumindest auf meinen gesundheitlichen Zustand bezogen. Jeden Tag laufen zu gehen, geht für Ungeübte doch sehr an die Substanz. Kommen dann noch Einschränkungen wie schmerzende Knie oder Rücken hinzu, wird schnell klar, dass es ohne Pausen und Regeneration nicht funktionieren kann. Lief ich die ersten Tage noch meine 3,5 bis 5 Kilometer, musste ich bereits an Tag 10 eine Pause einlegen und einen Spaziergang statt eines Laufs absolvieren.

Hin und wieder fielen mir 6 Kilometer Läufe nicht schwer, am nächsten Tag war ich froh, über 2 Kilometer zu kommen. Ab Tag 14 war klar, dass tägliche Läufe eher meine Gesundheit gefährdeten, als mich fitter zu machen und ich beschloss, nur noch jeden zweiten Tag zu laufen. Dann erhielt ich überraschend meine Impfung. Und konnte erst an Tag 22 wieder anfangen.

So blieben von den angepeilten 30 Tagen insgesamt 18 Tage an denen ich wirklich meine Waldrunden drehte. Immerhin mehr als die Hälfte. Beziehungsweise ein vernünftiges zweitägiges Muster, das ich von Beginn hätte wählen sollen.

Machen sich diese 18 Tage nun bemerkbar? Um ehrlich zu sein: Nicht wirklich. Dafür war die Gesamtdauer vermutlich zu kurz und die Läufe zu unregelmäßig. Ich wurde in dem Monat nur unmerklich schneller, schaffte nicht mehr Kilometer. Ich nahm nicht einmal ab. Was sich aber änderte: Schon nach wenigen Läufen wurde meine Atmung ruhiger, weniger keuchend. Auch nach dem Ende eines Laufs konnte ich direkt wieder normal atmen. Die Anstrengung wurde weniger. Dieses Gefühl wurden auch durch Daten bestätigt. Meine maximale Sauerstoffaufnahme lag zu Beginn bei 30,7, beim letzten Lauf bei 35,1. Das ist zwar noch immer unter dem empfohlenen Wert, aber eine sichtbare und fühlbare Steigerung. Auch meine durchschnittliche Herzfrequenz sank auf ca. 150 Schläge pro Minute, wo zu Beginn des Experiments teilweise bis zu 170 Schläge pro Minute die Regel waren und damit weit aus einem gesunden Ausdauerbereich heraus.

Was sich ebenfalls änderte ist meine Einstellung zum Laufen. Es ist deutlich einfacher und angenehmer, sich alle 2 Tage für schnelle 20 Minuten aufzuraffen, statt einmal pro Woche für einen 60 Minuten Lauf. Zumal aus den 20 Minuten dann doch 30 bis 40 werden, wenn es gut läuft. Auch durfte ich lernen, dass ein Lauf im Regen gar nicht so unangenehm ist ,wie ich immer dachte. Das Laufen war durch die hiesige Berichterstattung zwar immer ein bisschen Zwang, könnte aber zukünftig zu einer gesunden Regelmäßigkeit werden.

Statistiken

  • Läufe insgesamt: 18
  • Strecke insgesamt : 79,86 km
  • Längste Strecke: 7,01 km
  • Kürzeste Strecke: 3,37
  • Gesamtzeit: 10 Stunden 12 Minuten
  • Durchschnittliche Herzfrequenz: 153 bpm
  • Höchste durchschnittliche Herzfrequenz: 161 bpm
  • Niedrigste durchschnittliche Herzfrequenz: 143 bpm
  • Unterschied der durchschnittlichen Herzfrequenz zwischen erstem und letzten Tag: -13 bpm
  • Durchschnittlicher Pace: 6’8″/km
  • Höchster durchschnittlicher Pace: 7’27″/km
  • Niedrigster durchschnittlicher Pace: 6,’09″/km
  • Unterschied des Pace zwischen erstem und letztem Tag: -1,’04″/km
  • Durchschnittliche Geschwindigkeit: 8,60 km/h
  • Höchste durchschnittliche Geschwindigkeit: 9,75 km/h
  • Niedrigste durchschnittliche Geschwindigkeit: 8,03 km/h
  • Unterschied der Geschwindigkeit zwischen erstem und letztem Tag: + 1,3 km/h

Wie soll es weiter gehen?

Tägliche Läufe sollten unbedingt vermieden werden. Aber auch meine bisherigen Läufe alle 2 bis 3 Wochen dürften nicht viel für meine Gesundheit beigetragen haben. Ich peile im Moment an, mindestens zweimal in der Woche laufen zu gehen. Einmal am Wochenende, einmal unter der Woche. Und wenn es mich packt und das Wetter geil ist, gerne auch ein drittes Mal. Aber auf keinen Fall mehr. Ab jetzt steht die Gesundheit im Vordergrund, nicht die Herausforderung.