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Bicycle Race

Im Zug begegnen sich zwei Klischee-Schwarze. Sie tragen zu weite Hosen, zu große Schuhe und zuviel Schmuck. Einer von ihnen hat ein Baseball Cap etwas schräg auf dem Kopf, der andere würde dies ob seiner Rastas gar nicht erst schaffen. Der eine klappt sein Handy zusammen, der andere nimmt die iPod Hörer aus den Ohren. Zur Begrüßung stoßen sie mit ihren Fäusten zusammen, machen eigenartige Verrenkungen und beginnen, in einer mir unverständlichen Sprache zu sprechen (sächsisch oder so), immer wieder unterbrochen von englischen Brocken. Folgender Dialog der wohl beschreibend für das gesamte Gespräch ist, entstand nach kurzer Zeit:

„Ey, you got bike?“
„Yeah, I got bike.“
„Ah, you got bike?“
„Yeah, I got bike.“
„Where you got bike?“
„I got bike am Bahnhof.“

Ich stelle mir vor, wie ich im Sommer wieder mit dem Fahrrad zum Zug fahre und dabei ein T-Shirt trage mit dem Aufdruck „I got bike am Bahnhof“. Könnte der Renner der Saison werden.

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Alles Erzählt Alles Gefragt

Der, die, das – wer nicht fragt bleibt dumm

Hallo, ihr Duden-festen Germanistik Studenten, ihr IT-Spezialisten, ihr kosmopolitischen Blogger/Podcaster/Leser/Hörer. Um eine kleine Frage und Diskussion zu beenden, könntet ihr mir mal eben mit Beweisen erläutern, ob es „das Blog“ oder „der Blog“ heißt und ob es „das Podcast“ oder „der Podcast“ genannt wird. Deutsche Sprache, schwere Sprache, besonders wenn Teile davon gar nicht Deutsch sind. Ich tendiere ja zu „das Blog“ und „der Podcast“, wüsste allerdings gerne warum.

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Alles Andere

Im Serienwahn

Vermutlich führt doch kein Weg daran vorbei, sich einen Festplattenrekorder zu zulegen. Denn ich bin wieder im Serienwahn. Und gleichzeitig berufstätig, was es mir viel zu oft schwer macht, alles sehen zu können. Und jede Woche mit fünf Videokassetten herum zu jonglieren ist nicht die Erfüllung. Eine Erfüllung ist allerdings das derzeit gezeigte Serienprogramm.

Da wäre zuallererst Emergency Room zu nennen, eine meiner absoluten Favourites. Ich kenne kaum eine Serie, die dramatischer und fesselnder ist. Auch wenn die Qualität ein ganz ganz wenig nachgelassen hat in den letzten paar Staffeln. Dazu kommt die langerwartete zweite Staffel von Nip/Tuck. Sensationell, überraschend und immer zwischen Komik und Dramatik wechselnd. Dabei hieß es nach Ende der ersten Staffel, es sei ungewiss, ob mehr gezeigt würde (Die ollen Quoten halt).

Six Feet Under gibt sich ebenfalls wieder die Ehre mit der vierten Staffel. Auch hier hat die Spannung und Qualität leider etwas nachgelassen und ich hoffe gerade in dieser Staffel, dass es bald zu einer spannenden Geschichte kommt. CSI (und nur CSI) läuft auch endlich wieder. Man verzeihe mir bitte, dass ich mit all den Ablegern aus New York und Miami leider nichts anfangen kann.

Nun habe ich auch noch Las Vegas entdeckt (nicht CSI) und bin von der ersten Folge sehr angetan gewesen. Mal sehen, wie es weitergeht. Die vierte Staffel von 24 wird wohl wieder spurlos an mir vorbei gehen, wie schon die dritte. Das liegt hauptsächlich daran, dass „RTL Scheiß“ die Serie verheizt und sie in Paketen zu drei Folgen sendet. Und das auch noch an zwei aufeinander folgenden Tagen. Tja, also da kann leider weder ich noch mein Rekorder mithalten. Jetzt hab ich nämlich die Folgen 4,5 und 6 verpasst und damit ist das Ding für mich gestorben. Pech.

Mehr schade als Pech ist die Art, wie Sat.1 mit Ed umgeht. Kein Mensch kennt diese Serie, dabei ist sie die schönste, erfrischendste, witzigste und wohltuendste Fernsehunterhaltung seit Picket Fences und Ally McBeal. Wer die beiden letztgenannten mochte, würde Ed lieben. Sat.1 sieht das allerdings anders und versteckt Ed Samstags morgens um 5 Uhr. Oder so. Manchmal kommt es auch gar nicht. Oder hört einfach auf. Oder wird einfach verschoben. Mann hat es nicht leicht.

Aber leicht hat es einen. Das wäre mir beinahe bei den Gilmore Girls so gegangen (darf man das als Mann zugeben). Ich konnte aber noch rechtzeitig den Absprung finden.

Man sieht also, ich bin beschäftigt und hoch erfreut. Besonders Dienstags und Mittwochs. Und dabei hatte ich vor wenigen Wochen noch gedacht ich wäre Lost und Desperate. (Ha, Riesen-Wortwitz)

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Der Misanthrop

Manchmal, an einem Tag wie diesem, bemerke ich, wie groß der Misanthrop in mir ist. Wenn ich noch lange dieses rauchende, besoffene, spuckende, keifende, schreiende, stinkende, eklige, fressende, rotzende, kotzende, asoziale, Dreck machende, nervende, Klingelton downloadende und vorführende, verdammte, elende Pack sehen muss, werde ich zum Massenmörder. Man halte bloß alle Schrotflinten von mir fern. Oh Himmel, wie sehr wünsche ich mir ein nettes kleines Haus (mit Internetverbindung) an einem See in Kanada (wahlweise auch Schweden) wo mich alle (ALLE!) Welt einfach in Ruhe lässt und ich es ihr gleich tun kann.

Frage: Hat hier irgend jemand eine Ahnung und Ratschläge, wie man Pfleger im Zoo wird oder aktiv helfen kann, Elefanten in Afrika vor dem Aussterben zu bewahren? Zuschriften gerne an mich. Ansonsten – lasst mich heut echt in Ruhe. Halleluja.

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Alles Erzählt

Flickr, Frappr und dann? Rogr!

ImmR bestrebt in und cool zu sein, folge ich jetzt einem offensichtlich neuen Trend. Im IntRnet kann man schon seit längerem mit FrappR und FlickR herumspielen. Motorola nennt seine aktuellen Handymodelle RazR und RokR. Es scheint also gerade in zu sein, Namen das E vor dem letzten Rrrrrr zu stehlen. Und so werde ich mich ab sofort RogR nennen. Geil, odR? Mir fallen in meinem Bekanntenkreis nur zwei Leute ein, die so ’ne NummR drauf hätten. Das wären HolgR und PetR. Aber ehrlich, da klingt es nicht halb so cool wie bei mir. Ich muss mir gleich die Domain allesrogR.net resRvieren.

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Die heutige Jugend

Eine Gruppe Kinder sitzt bei Null Grad in einem Glashäuschen am Bahnsteig. Ihre kleinen Hände klammern sich ungeschickt an glimmende Zigaretten. Man sieht, dass sie nicht wissen, wie man sie richtig hält. Gierig paffen sie daran und spucken nach jedem Zug. Um sie herum haben sie einen Schutzwall aus Spucke und Rotz erstellt. Die männlichen Mitglieder tragen große, weiße Turnschuhe, die nicht gebunden sind, Hosen, die bis zum Knie hängen und Jacken, die Aufschriften von Orten tragen, die sie nicht auf einem Globus finden würden.

Die weiblichen Raucher haben vermutlich drei Stunden für Schmuck und Make-up gebraucht obwohl es aussieht, als hätte das Anlegen und Auftragen nur 2 Minuten gedauert. Ihre Jacken sind so dick gefüttert, dass sie wie ein Michelinmännchen aussehen, dafür haben sie unterhalb des Bauchnabels entsprechend wenig an.

In der Hand die keine Zigarette hält liegt ein Klapphandy der neuesten oder letzten Generation. Aus diesen Handys tönen schrill die aktuellen Hits aus den Klingeltoncharts. Unter den Sitzen in dem Glashäuschen steht ein Sixpack Qowaz und jemand hat eine winzige Pizzaschachtel mitgebracht, deren Inhalt entweder auf dem Boden oder an den Glasscheiben hängt und nun natürlich nicht als Aschenbecher benutzt wird. Zwischen den Rotzpfützen, Pizzaresten und Aschebergen liegt zerrissenes Papier, Glasscherben und anderer Müll. Es wird ignoriert.

Wenn sich die Kinder miteinander unterhalten, endet jeder Satz mit dem Zusatz „…so.“ oder „..Alda“. Selbst die nicht türkischen Mitglieder der Gruppe bedienen sich eines Vokabulars, das jeden Erkan und Stefan vor Neid würde erblassen lassen. Kein Satz ohne Schimpfwort, kein Gespräch, dass sich nicht um Handys, Chicks oder Fluppen drehen würde. Manchmal, wenn den Kindern kalt wird oder die Hormone sie dazu treiben, tollen sie herum, schlagen die Mülleimer klein und zerkratzen die Scheiben des Glashäuschens. Hin und wieder erfreuen sie sich an lustigen Feuerchen und legen Steine auf die Schienen. Dann schubsen sie sich wieder und schlagen auf die Mädchen ein, die zwar schreien, aber dennoch den ganzen Tag mit den Jungs verbringen.

Am nächsten Tag sitzen sie wieder dort. Und auch am Tag darauf. Naja, immerhin sind sie an der frischen Luft. Unsere Generation hat sich damals an den C-64 verzogen und war im warmen zuhause um frühe „Killerspiele“ zu spielen und ein völlig anderes Klischee zu bedienen. Wie sich doch die Zeiten ändern.

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Silvester Nachlese

Der beschissenste Jahreswechsel den ich je erleben musste fand 1999 statt. Bei der größten Silvesterparty der Menschheitsgeschichte musste ich Nachtschicht machen. Um Mitternacht stand ich allein auf einem verlassenen Parkplatz, beobachtete das Feuerwerk um mich herum, versuchte erfolglos irgendjemanden mit dem Handy zu erreichen und fühlte mich so einsam wie nie zuvor in meinem Leben. Das letzte Silvester war gottlob nicht ganz so schlecht.

Obwohl sich auch hier eine gewisse Müdigkeit breit machte. Es begann schon mit der Planung, auf die ich und meine damalige Freundin keine Lust hatten – so viele Leute unter einen Hut zu bringen erwies sich als äußerst schwer. Weiter erschwert wurde es durch die Tatsache, dass ich am nächsten Morgen um sechs Uhr schon wieder raus musste. Auf Riesenparty in Freiburg hatten wir auch keine Lust. Und da es in meinem „Freundeskreis“ gerade alles andere als rund läuft (fast jeder hat entweder Stress im Job und/oder Beziehung oder bekommt Nachwuchs oder wird von der Partnerin unterdrückt etc…) fiel die Idee einer kleinen Party bei mir schnell ins Wasser.

Ein befreundetes Pärchen schloss sich uns an, gemütlich Fondue zu essen und so zu tun, als sei dies ein ganz normaler Abend.

Tatsächlich hockten wir um Mitternacht noch am Tisch und spielten fröhlich Karten, obschon ich da bereits merkte, das es mich juckte. Draußen began das allgemeine Sich-In-Luft-Auflösen mehrerer Millionen Euro (also deutschlandweit, nicht nur bei uns). Ja, ich gebe zu, obwohl ich zugestimmt hatte, dass wir auf all den üblichen Silvester Schnick Schnack verzichten wie um Mitternacht anstoßen, Küsschen verteilen, „Gutes Neues“ vom Balkon zu schreien und „Ahh“ und „Ohh“ zu machen, wenn der Nachbar seine Supermarkt Knaller in die Luft beförderte, beschlich mich doch ein sentimentales Gefühl.

Ich sollte kurz erklären, dass ich vor etlichen Jahren begonnen habe, Fastnacht (Fasching) zu hassen. Und zwar aus dem Grund, das es mir widerstrebt, vorgeschrieben zu bekommen, wann ich fröhlich zu sein habe. Ich will nicht, das mir die Allgemeinheit sagt: „Jetzt ist Rosenmontag. Also sei mal aufgedreht und happy und geh raus.“ Ich will gefälligst happy sein, wenn ich es will. Außerdem habe ich Fastnacht immer nur als Gelegenheit kennengelernt, sich ungeniert voll laufen zu lassen und Frauen anzubaggern (umgekehrt ist es übrigens auch so). Das ist ehrlich gesagt nicht mein Ding. Es gibt sicherlich auch nette Aspekte der Fasnet (so heißt es bei uns), aber die muss man wirklich lange suchen.

Ähnlich ergeht es mir mit Silvester. Es ist nur ein Datum. Nur ein Zeitpunkt, den sich vor vielen hundert Jahren jemand ausgedacht hat, als unser Kalender entwickelt wurde. Nichts ändert sich. Deutschland ist genau so wie letztes Jahr. Das Wetter auch. Die Situation auch. Das Fernsehprogramm auch. Ich auch. Was gibt es da also zu feiern?

Tja, genau das sagte ich mir und meine Partygäste waren mit mir einer Meinung.

Dennoch vermisse ich es. Wir fuhren schließlich nach Badenweiler wo eines der größten Feuerwerke der Regio stattfindet, mit Musik und allem. Als ich mit meiner damalige Freundinn eng gekuschelt in der Menge stand, und mit „Ahh“ und „Ohh“ Rufen das fantastische Schauspiel am Himmel quittierte, wusste ich, dass ich nächstes Jahr wieder eine richtige Silvesterfeier mit allem drum und dran will. Und sei es nur aus Sentimentalität.

Ich wünsche Euch allen noch ein gutes „neues“ Jahr.