Alle Artikel mit dem Schlagwort: auto

Autos klingen jetzt wie in Science Fiction Filmen

Spätestens jetzt sind wir in der Zukunft angekommen. Wir haben zwar den Termin aus „Zurück in die Zukunft“ und somit die Hoverboards verpasst und auch der Tag des Bladerunners kam und ging und niemand fliegt mit seinen Autos durch ein dystopisches Los Angeles. Aber jetzt ist Zukunft. In wenigen Monaten fahren nur noch E-Autos auf Deutschlands Straßen. Und sie alle werden klingen, wie man es aus einschlägigen Science-Fiction Filmen gewohnt ist: mit knackigen „Swooosh“- und „Zooom“-Lauten. Seit Juli 2019 ist ein künstliches Fahrgeräusch für neu zugelassene E-Fahrzeuge vorgeschrieben, damit man sich als Fußgänger nicht zu Tode erschrickt, wenn sich die Teile von hinten anschleichen. Im Falle des ID.3 von VW, dem elektrischen Golf-Nachfolger, wurde dafür zusammen mit Leslie Mandoki (kennen die Älteren von uns noch von Dschingis Khan, arbeitet aber als Komponist insbesondere mit Unternehmen an ihrem Sound-Branding) ein entsprechendes Sample produziert. Das Geräusch erklingt beim An- und Rückwärtsfahren bis zu 30 km/h. Und ja, so müssen Zukunfts-Autos klingen:

S(F)UV

Neulich, auf einer beliebigen Landstraße in Deutschland: Ich stehe in einem Stau vor einer großen Kreuzung. Vor mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Fett, breit, hoch. Genau in meiner Augenhöhe die Rücklichter des Wagens, die sich wie Laserschwerter in meine Augen brennen. Hinter mir: ein SUV einer beliebigen Automarke. Ebenfalls in meiner Augenhöhe: die Scheinwerfer des Wagens, die sich in meinem normalgroßen PKW ein Laserschwert-Duell liefern. Mit beeindruckenden Effekten in meinem Rückspiegel. So oder so ähnlich dürfte es mittlerweile auf jeder beliebigen Landstraße in Deutschland zugehen. SUVs wohin man blickt. Von Umweltschutz, Energiewende etc. keine Spur. Die Teile verkaufen sich so gut wie nie zuvor. Und ohne jetzt die üblichen Gags und Witze zu bringen (denn das Lachen ist mir hier längst vergangen), stelle ich die Frage, was das eigentlich soll. Leute, was stimmt nicht mit euch? Was bringt euch dazu, genau das Gegenteil dessen zu machen, was wir jetzt eigentlich alle tun sollten? Was bringt euch dazu, solche Panzer zu kaufen? Weil der Nachbar auch einen hat? Weil alle anderen auf der Straße einen …

Auto Supertrumpf der anderen Art

Als ich noch jung war™ , spielten wir regelmäßig Quartett. Flugzeuge, Züge, Schiffe, Trucks, Motorräder und selbstverständlich Autos galt es in diesem Kartenspiel in den unterschiedlichsten Kategorien zu vergleichen. Wer hatte die jeweils schnellste, größte, längste, stärkste Leistung, Länge, Geschwindigkeit, Beschleunigung, was-auch-immer. Gegenspieler, deren Karte in der genannten Kategorie einen schlechteren Wert hatten, verloren die Karte, so lange, bis ein Spieler alle Karten besaß und somit gewann. So brachten wir die Sommertage im Schwimmbad zu, wenn wir nicht im Wasser oder an der Süßigkeiten-Bude waren. Ich musste allerdings so alt werden™, um zu erfahren, dass das von uns schlicht „Quartett“ genannte Spiel in Wahrheit Supertrumpf heißt. Im Volksmund sagte man Auto-Quartett, weil dies die damals beliebtesten Karten waren. Ich komme darauf, weil ich ein Auto-Supertrumpf der etwas anderen Art erleben durfte. Die beiden Spieler versuchten, sich mit den besten Werten ihrer eigenen Autos zu übertrumpfen. Und das ging ungefähr so: Spieler 1: „Also an meinem Auto quietschen schon seit Monaten die Bremsen.“ Spieler 2: „An meinem Auto quietscht dafür während der Fahrt ständig etwas.“ Spieler 1: …

Der Civic und das iPhone

Seit letztem Wochenende liebe ich Molly noch ein klein wenig mehr. Und das nicht nur, weil die Sitzheizung meinen Hintern schön warm hält. Nein, ich fand durch Zufall (und natürlich mit unglaublichem Spürsinn) heraus, wie der iPod (in meinem Fall natürlich das iPhone) bedient wird. Besser gesagt, wie das iPhone über das Autoradio bedient wird. Seit ich den Wagen besitze, habe ich mich über die Tatsache geärgert, dass in der Mittelkonsole zwar ein USB-Anschluss vorhanden ist und das iPhone auch erkannt wird, jedoch nur alle Titel nacheinander abgespielt werden können. Was ich auch versuchte, ein Zugriff auf bestimmte Künstler, Alben, Songs oder Wiedergabelisten war nicht möglich. Und somit wurde die iPod-Anbindung unbrauchbar. Auch das 585 Seiten starke Handbuch half nicht wirklich weiter. Es wurde erklärt, wo ich das iPhone anzuschließen hatte und was ich bei möglichen Fehlern tun könnte. Mehr nicht. Und glaubt mir, ich habe jede einzelne Seite gelesen. Jede einzelne der 585 Seiten. Letztes Wochenende also wärmte mir Molly den Hintern und ich betrachtete das Autoradio-Panel. Dabei entdeckte ich an einem Knopf die …

Männer und ihre Spielzeuge

Ein weit verbreitetes Klischee über Männer lautet, dass sie ihren Autos gerne Namen geben. Natürlich passen viele Kerle nicht in dieses Schema, was dem Klischee bislang aber nicht schaden konnte. Auch ich habe da nie hinein gepasst. In meinem Leben besaß ich bislang genau zwei Autos. Und das erste gehörte noch nicht einmal mir, sondern war auf meine Mutter angemeldet. Ein treuer, weißer Ford Fiesta mit vier Gängen und gefühlten 18 PS. Als ihm der Boden durchgerostet war, erstand ich meinen Peugeot 206. Ein knuffiges, freundliches, französisches Auto mit fünf Gängen und gefühlten 50 PS. Auch diesem Wagen gab ich nie einen Namen. Erkannte nicht mal ein Geschlecht. Vielleicht weil ich es lächerlich fand. Oder vielleicht, weil er zu unpersönlich daher kam, der Wagen. Doch nur ein Gebrauchsgegenstand war, der einfach Peugeot hieß. Müsste ich ihm heute einen Namen geben, würde ich ihn vielleicht … Luc nennen. Oder Egon. Au revoir, Egon. Nun steht das neue Auto quasi vor der Tür. Sechs Gänge, schöne 100 PS, rassiges Auftreten. Und mir fiel mit einem Male auf, …

Von alten und neuen Automobilen

Am 28.April wird mein alter Peugeot 206 genau Neun Jahre alt. Er erreicht damit das Mindestalter, um ihn für 2500 Euro verschrotten zu lassen. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit darüber geschrieben. Der 28.April sollte somit auch das Datum sein, an dem ich meinen neuen Wagen, einen Honda Civic Type S, in Empfang nehmen könnte. Als ich vor einigen Wochen beim Honda Händler saß, dachte ich noch, wie wunderbar sich das alles zusammen fügt. Das tolle Angebot für den Neuwagen, das Erreichen des Mindestalters für das alte Vehikel, mein derzeitiger Kontostand. Ich war beseelt und wusste, dass nun der richtige Zeitpunkt für ein neues Auto war. Der Verkäufer allerdings war mir nicht ganz so sympathisch. Er starrte meist auf den Monitor und tippte irgendwelche Sachen. Informationen musste ich ihm aus der Nase ziehen. „Was tippen sie denn da?“ „Was bedeutet das denn für mich?“ „Wie ist denn der folgende Ablauf?“ Mehr schlecht als Recht gab er Antwort und erweckte den Eindruck, als sei es ihm eine Last. Warum kann ich auch nicht einfach nur …

Die Welt verstehen

Manchmal versteht man einfach die Welt nicht. Und man versteht sie oft deshalb nicht, weil einem das Hintergrundwissen dafür fehlt. So weiß ich bei allem Ärger mit der Deutschen Bahn, was hinter den Kulissen passiert, welche Probleme sich auftürmen, wie mit Sicherheit fieberhaft an Lösungen gebastelt wird. Der gemeine Kunde draußen am Bahnhof weiß davon natürlich nichts, ärgert sich und flucht. Der Patient im Krankenhaus, der schon seit vier Stunden auf den Besuch eines Arztes wartet, flucht ebenfalls, sieht den Herrn Doktor in seiner Vorstellung mit den Krankenschwestern Kaffee trinken und flirten, während ihm selbst ein krankes Körperteil zu schaffen macht. Dass der Arzt überhaupt nicht an Kaffee denken kann, weil er seit 16 Stunden unter Strom steht und vor lauter Arbeit nicht nach kommt – davon kann der Patient natürlich nichts wissen. Unser Blickfeld ist immer eingeschränkt. Und je weniger Informationen wir bekommen, umso quälender ist es, umso schwieriger zu verstehen ist diese Welt. Mir ging es erst neulich wieder so, als ich in eine Baustelle auf der Autobahn fuhr. Also natürlich nicht in die Baustelle …