Alle Artikel mit dem Schlagwort: leben

Ich vergesse alles

Ich vergesse alles

Die Finger schweben über der Tastatur. Ich überlege, was ich schreiben wollte. Gerade war es doch noch da. Das ganze Thema, die ersten Sätze. Worüber wollte ich denn noch schreiben,verdammt? Vergessen. Kennt ihr das? Steht ihr auch hin und wieder in der Küche vor dem offenen Kühlschrank und fragt euch, weshalb ihr ihn überhaupt geöffnet habt? Klar, man nimmt sich eine Cola raus, ein Stück Wurst und Käse, den übrig gebliebenen Kuchen von gestern und einen Apfel wegen des schlechten Gewissens. Aber war das der Grund um von der Couch aufzustehen?

Ein Meter Vernünfzig Abstand

Liebe Aachener*, der Kerl, der euch nun seit über einem Jahr auf den Straßen und Gehwegen entgegen kommt und euch fragt, bittet, anfleht, ein bisschen zur Seite zu gehen, bin ich. Auch nach so langer Zeit, nach einer ersten Welle, einer zweiten Welle, an der Schwelle zur dritten Welle, scheint ihr das Prinzip Abstand noch immer nicht kapiert zu haben. Ich zitiere gerne mal die Wikipedia für euch: Der Abstand, auch die Entfernung oder die Distanz zweier Punkte ist die Länge der kürzesten Verbindung dieser Punkte. Wikipedia

Alles alte Klamotten

Irgendwann öffnet man den Schrank und bemerkt, dass zu viele Klamotten darin verstaut sind. Sie hängen von Bügeln, liegen gefaltet auf Stapeln und verstauben in Schubladen. Irgendwann bemerkt man, wie dieser Haufen Kleidung zu einer Last wird, einer Bürde, derer man sich entledigen möchte. Irgendwann ist das alles nur noch Ballast, man sortiert aus, stellt fest, wie viele der Teile man seit Jahren nicht mehr angefasst oder gar getragen hat und ist mutig genug, sich davon zu lösen. Und dann steht man da mit 5 großen Tüten voll guter Kleidung, die eigentlich viel zu schade ist, um sie weg zu werfen. Natürlich möchte man sie spenden. Aber wo? Wohin mit den alten Klamotten? Man hört und liest ja so viel Übles. Über eine Altkleider-Mafia, über Firmen, die mit den abgegebenen Kleidungsstücken reich wurden, von Bedürftigen, bei denen die Spenden nie ankamen. Man liest über das Rote Kreuz, das offenbar Geld mit den Klamotten verdient, von der Caritas, die mittlerweile nicht nur von gut erhaltenen Altkleidern, sondern von jeglichem Müll überhäuft werden. Und man sieht Reportagen …

Ghosting, als es Ghosting noch nicht gab

Unter Ghosting versteht man – in knappen Worten – den überraschenden und völligen Kontaktabbruch von Freunden oder Geliebten. Von heute auf morgen sind diese Menschen von der Bildfläche verschwunden, nicht mehr zu erreichen und quasi nur noch ein Geist. Der Begriff Ghosting existiert seit ca. 2015. Dass dieses Verhalten überhaupt zu einem Phänomen wurde, dem man einen Namen geben musste, dürfte vermutlich dem Internet, Social Media, Tinder und Co. und den ganzen Verlockungen, Ablenkungen und Möglichkeiten zu verdanken sein. Und der Tatsache, dass man, trotz ständiger Verfolg- und Erreichbarkeit genau dies bewusst unterbinden und verwehren möchte. Mir selbst ist dies erst vor kurzem mit „guten Freunden“ passiert. Eine Erklärung für das Ghosting blieb bis heute aus. Aber letztlich ist das ja genau das Prinzip. Früher™ gab es sowas nicht. Oder etwa doch? Ich kann mich an einige Lieb- und Bekanntschaften erinnern, die irgendwann einfach nicht mehr da waren. Dabei handelte es sich meist um einen schleichenden und/oder nicht überraschenden Prozess. Man einigte sich im Stillen darauf, keinen Kontakt mehr zueinander zu pflegen. Selbst wenn es …

Wenn schwarze Wäsche stinkend aus der Waschmaschine kommt

Wir Hausfrauen müssen zusammen halten, sage ich immer. Und wir Waschweiber erst Recht. Sucht man im Netz nach Antworten zu genau dem einen quälenden Waschproblem, findet man mit Sicherheit tausend verschiedene Erklärungen, aber selten die wahre Lösung. So erging es mir beim Problem der schwarzen Wäsche, die immer müffelnd aus der Maschine kam. Egal, was ich versuchte, die Wäsche stank. Ich versuchte es mit Hygienespüler, mit höheren Temperaturen und verschiedenen Waschmitteln. Pulver und Tabs, Flüssig und Gel. Ich gab mehr oder weniger duftenden Weichspüler hinzu, spielte an den Schleuderzahlen, Programmen und Wasserbeigaben der Maschine herum. Ich gab mehr Waschmittel hinzu, verringerte die Menge der Wäsche. Irgendwann warf ich die am deutlichsten stinkenden Kleidungsstücke in den Müll, in der Annahme, sie seien Auslöser des Übels und verpesteten die anderen Teile. Allein, es half nichts. Manche Waschladungen wusch ich direkt ein zweites Mal, um dem Gestank Herr zu werden. Das Müffeln, so die Erklärung der vielen Ratgeber, stamme aus billigen, dunklen Farbstoffen und in der Tat schienen eher die billigen Teile den Geruch nicht loswerden zu wollen. Bunte und weiße Wäsche …

Die Ex

Dann kommt der Zeitpunkt, an dem du die neue gefunden hast und glücklich bist. Und dir gar nicht mehr vorstellen kannst, wie du es so lange mit der alten aushalten konntest. Natürlich erinnerst du dich an die zumeist schönen Zeiten, glanzvolle Erinnerungen voll leichter Wehmut. Doch du erinnerst dich auch an die schlechten Zeiten, in denen dir alles zu eng wurde und du ausbrechen wolltest. Und nun ist der Lack ab, das neue lockt, und alles was vergangen, scheint grau. Bis die Nachfolger auf den Plan treten. Das elende Pack, die Meute, die wie Geier nur darauf gewartet haben, dass du endlich verschwindest. Sie sind voll des Lobes, schwärmen, umgarnen und heben sie auf einen Sockel. Doch lass dich nicht täuschen. Natürlich hinterfragst du deren Euphorie, fragst dich, ob du einen Fehler gemacht hast. Fragst dich, was mit dir nicht stimmt, dass du dir einfach eine neue gesucht hast. Die alte zurück lässt. Hat sie denn wirklich den Lack ab oder liegt es an mir? Weshalb ist jeder begeistert außer mir? Verzweifle nicht. Du hast …